Author: Irena Sgier

Wandel ist immer ein kreativer Prozess

Sonja Schenkel verbindet Kunst mit Nachhaltigkeit und sozialem Wandel. Mit dem Ansatz des Creative Change begleitet und erforscht sie kreative Prozesse, die darauf angelegt sind, neue Perspektiven zu entwickeln. Du bist Ethnologin und Filmemacherin, deine Arbeit siedelt sich zwischen Kunst, Kultur und Wirtschaft an. Auf welchem Gebiet fühlst du dich am meisten zuhause? Ich sehe meine Verortung zwischen Film, Wirtschaft und Wissenschaft als eine Form des Brückenbauens. In erster Linie bin ich aber Filmemacherin. Filme zu realisieren ist eine Tätigkeit des multimedialen Übersetzens von Inhalten in eine Form. Wichtig ist mir auch, dass Film nicht nur über Bild und Ton funktioniert, sondern auch über Farben, über das Gehör, den Rhythmus. Diese Form des Geschichtenerzählens kann man nicht allein machen, da spielt die Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten eine wichtige Rolle. Als Filmemacherin arbeite ich deshalb immer schon in kollaborativen Settings. In deiner Dissertation bezeichnest du deine Arbeitsweise auch als «Creative Change». Wie hängen Kreativität und Veränderung für dich zusammen? Mit dem Begriff des Creative Change will ich signalisieren, dass Wandel immer ein kreativer Prozess ist. Wandel …

Für unser Gehirn ist alles echt

Isabella Pasqualini ist promovierte Architektin (ETHZ) und Neurowissenschaftlerin (EPFL). Sie erforscht das Verhältnis zwischen Körper und Raum mit Hilfe von immersiven, interaktiven Technologien. Ihre Arbeiten zeigen, dass Immersion sehr unterschiedlich erlebt wird und dass es höchste Zeit ist, sich bezüglich virtueller Realität auch mit ethischen Fragen auseinanderzusetzen. Du erforschst das Verhältnis zwischen Körper und Raum. Wie machst du das? Ich bin Architektin und habe daher eine starke humanwissenschaftliche Prägung, habe mich aber auch zehn Jahre lang aus der Perspektive der kognitiven Neurowissenschaften mit dem Thema Körper und Raum befasst. Meine Arbeit im Labor ist eine Kombination aus kognitiver Neurowissenschaft und Bildgebung. Was heisst das konkret? Ich erforsche, wie der Raum das Körperbewusstsein beeinflusst. Dabei geht es nicht um eine metaphorische Ebene, sondern um motorische, haptische, visuelle Aspekte. Ich untersuche, wie diese Wahrnehmungen verarbeitet werden und wie das Selbstgefühl oder die Eigenkörpererfahrung sowie Emotionen generiert werden. Technologie spielt dabei eine wichtige Rolle. Was ist daran neu? Ich arbeite in interdisziplinären Teams mit Forschern aus Ingenieurwissenschaften, Neuropsychologie, Biologie oder Robotik zusammen. Was ich an Neuem einbringe, ist …