Author: Ronald Schenkel

Die persönliche Begegnung bleibt zentral

Als frühere Leiterin einer Kunsthochschule ist Sibylle Omlin in der Kunstwelt zuhause. Sie beobachtet, wie die Digitalisierung die Kunst und den Kunstmarkt verändert. Gleichzeitig plädiert sie dafür, den Austausch in analogen Formaten nicht aufzugeben. Interview: Ronald Schenkel Wie funktioniert Wissensaneignung in der Kunst? Es ist immer schön, wenn man etwas in einer Gruppe erleben kann. Gerade bei Lernprozessen ist es wichtig, sich mit einem Experten austauschen zu können. Das ist wohl ein Grundmodell, das auf alle Bereiche der Pädagogik zutrifft. Künstlerinnen und Künstler hingegen sind oft stark motiviert, sich selber etwas anzueignen. So sind auch 50 bis 80 Prozent in der Kunstausbildung freie Atelierarbeit oder Projektarbeit. Man stellt die Künstlerin, den Künstler in den selbstbestimmten Kontext. Den organisiert er sich selbst und schaut, was sich daraus ergibt, was sich daraus machen lässt. Der Künstler, die Künstlerin ist also weitgehend auf sich selbst zurückgeworfen? Ja, das kann man so sagen. Man hat auch heute noch die Vorstellung von einem Talent, das der Künstler aus sich selber heraus entwickelt. Aber er tut dies natürlich in einem Umfeld. …