Author: Ronald Schenkel

Das ist ein Beispiel für einen Vorschlag

Selbst der am Freitag angekündigte Mini-Deal – vom US-Präsidenten als «substanzielles Phase-Eins-Abkommen» gepriesen – existiert noch nicht einmal auf dem Papier. Trump möchte so gerne mit seinem «Freund» Xi Jingping Mitte November am APEC-Gipfel etwas unterzeichnen, dass er sich einmal mehr nur mit Versprechungen im Landwirtschaftsbereich zufrieden gegeben hat. Längst hat sich erwiesen, dass sich die Chinesen durch die amerikanischen Sonderzölle nicht zu bedeutungsvollen Konzessionen zwingen lassen. Stattdessen hat Trump mit seinen Zöllen China zu Vergeltungsmassnahmen provoziert – und sich selber unter Druck gesetzt. Der amerikanischen Landwirtschaft sind wegen der chinesischen Vergeltungsmassnahmen praktisch über Nacht ein mühselig über die Jahre aufgebauter und inzwischen sehr wichtiger Absatzmarkt weggebrochen. Zwar versucht Trump, die amerikanischen Sojabauern und andere Produzenten mit Milliarden-Subventionen bei der Stange zu halten. Kurzfristig mag das die Gemüter beruhigen, aber nicht über eine so lange Zeit. Der Streit mit den Chinesen währt inzwischen seit 18 Monaten, und niemand hat eine Ahnung, wohin die Reise gehen könnte. Die Farmer werden immer unruhiger und die Wahlen 2020 rücken immer näher. Die Chinesen wissen, wie wichtig für Trump …

Wandel ist immer ein kreativer Prozess

Sonja Schenkel verbindet Kunst mit Nachhaltigkeit und sozialem Wandel. Mit dem Ansatz des Creative Change begleitet und erforscht sie kreative Prozesse, die darauf angelegt sind, neue Perspektiven zu entwickeln. Du bist Ethnologin und Filmemacherin, deine Arbeit siedelt sich zwischen Kunst, Kultur und Wirtschaft an. Auf welchem Gebiet fühlst du dich am meisten zuhause? Ich sehe meine Verortung zwischen Film, Wirtschaft und Wissenschaft als eine Form des Brückenbauens. In erster Linie bin ich aber Filmemacherin. Filme zu realisieren ist eine Tätigkeit des multimedialen Übersetzens von Inhalten in eine Form. Wichtig ist mir auch, dass Film nicht nur über Bild und Ton funktioniert, sondern auch über Farben, über das Gehör, den Rhythmus. Diese Form des Geschichtenerzählens kann man nicht allein machen, da spielt die Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten eine wichtige Rolle. Als Filmemacherin arbeite ich deshalb immer schon in kollaborativen Settings. In deiner Dissertation bezeichnest du deine Arbeitsweise auch als «Creative Change». Wie hängen Kreativität und Veränderung für dich zusammen? Mit dem Begriff des Creative Change will ich signalisieren, dass Wandel immer ein kreativer Prozess ist. Wandel …